Die Rettung der Titanic-Überlebenden



In der allgemeinen Verwirrung und Panik verließen viele der Frauen und Kinder in den Rettungsbooten die Titanic. Nach der Katastrophe waren die Entscheidungen darüber, wer in die Rettungsboote durfte und wem der Zugang verweigert wurde, heftig umstritten. Als die letzten Boote das Schiff verlassen hatten, einige von ihnen nur halb beladen, hieß es nur noch „rette sich, wer kann“. Einige der Passagiere, die an Bord zurückblieben, konnten durch Mut oder Glück ihr Leben retten. Eine Rettung erforderte Mut, Entschlossenheit und die Kraft, in eiskaltem Wasser zu schwimmen und tauchen.
 
Doch Hunderte von Passagieren und Besatzungsmitgliedern trieben im offenen Meer, und nur ihre Schwimmwesten hinderten sie daran, unterzugehen. Die Passagiere, die Plätze in einem der Rettungsboote ergattert hatten, hörten, wie ihre herzzerreißenden Schreie immer schwächer wurden, bis es schließlich still wurde in jener ruhigen, sternenklaren Nacht. Von den Booten hatten die Geretteten den Kampf der Titanic mit den Elementen beobachtet – ihre Lichter strahlten noch hell und die Band spielte bis kurz vor ihrem Untergang. Auch die Funker blieben bis zur letzten Minute in Position und sendeten Notsignale an Schiffe in der näheren und weiteren Umgebung. Obwohl später behauptet wurde, dass der Leyland-Dampfer Californian, in dieser Nacht durch das Eis an der Weiterfahrt gehindert, sich in Sichtweite der lecken Titanic befand, war es das Cunard-Schiff Carpathia, das heraneilte, um Hilfe zu leisten. Es erreichte die Titanic zu spät, um die zu retten, die sich noch an Bord befanden, nachdem die letzten Rettungsboote zu Wasser gelassen worden waren.
 
Als der Kapitän der Carpathia Arthur Rostron die Koordinaten erreichte, an denen die Titanic leck geschlagen war, bot sich seinen Augen nur „ein Meer aus Wrackteilen und Trümmern.“ Doch er fand die Rettungsboote und nahm ihre erschöpften Passagiere an Bord, die sich später an ihre dankbare Aufregung erinnern sollten, als in der Ferne der Suchscheinwerfer der Carpathia am Horizont auftauchte. Das Rettungsschiff erreichte New York mit 705 Überlebenden. Fünfzehnhundert Personen wurden in den Fluten zurückgelassen. Unter denjenigen, die die Carpathia im Hafen von New York begrüßten, befand sich auch der beliebte englische Theaterautor Henry Arthur Jones, der eine unvergessliche Beschreibung der zumeist benommenen aber gefassten, teilweise jedoch auch hysterischen Überlebenden verfasste, die endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

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Kommentare von Benutzern 1

da waren aber weniger leute auf dem schiff
spaß 14 August 2012

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